Bayrische Therme in Kärnten?
Bayerischer Investor bestätigt “Kleiner Zeitung” Thermen-Projekt für 70 Millionen Euro. Standort nahe Warmbad sorgt für Unruhe.
Seit Jahrzehnten wird in Kärnten schon der Mangel an Ganzjahresattraktionen im Tourismus beweint: Es bedürfe dringend eines “Spaßbades”. Allein: Der Spaß ist teuer und geeignete Grundstücke sind rar. Jetzt - just in Vorwahlzeiten - ist das Bad in der Menge wieder Thema. Laut Büro des Landeshauptmannes werden derzeit Spaßbad-Standorte in Klagenfurt, Südkärnten und zwei in Villach “geprüft”.
Favorit. Ein Grund des Villacher Software-Unternehmers Walter Mayer in Villach-Federaun, für den das Land bis 31. Dezember ein Vorkaufsrecht hat, gilt als Favorit. Ein Betreiber hat schon Interesse bekundet: Es ist Jörg Wund, Besitzer und Betreiber von Europas größter Thermenlandschaft im bayerischen Erding. Auch in Kärnten will der gelernte Architekt klotzen. “15.000 Quadratmeter Nutzfläche und 70 Millionen Euro Investition sind nötig”, sagte er gestern zur Kleinen Zeitung. “Mehr als die Hälfte der Gäste müssen Touristen sein, sonst rechnet sich das nicht.” Knapp drei Jahre Planungs- und Bauzeit hält Wund für realistisch.
Familie kontra Wellness. Der KWF hat laut Geschäftsführer Erhard Juritsch noch keinen Förderantrag, könnte bei dieser Größe aber “7,5 Prozent der Investition zahlen”. Der tiefe Griff in die Tasche des Steuerzahlers würde jedoch ein anderes Förderprojekt konterkarieren: Bekanntlich werden in Warmbad, das nur wenige Minuten von Federaun entfernt liegt, gerade 32,35 Millionen Euro in die Sanierung der dortigen Traditionstherme investiert, wovon der landeseigene Zukunftsfonds 7,5 Millionen Euro zahlt. Kommt es zu einem Planungsstopp? Tourismusberater Manfred Kohl rät: “Wenn es zwei Thermen in Villach geben soll, besteht Abstimmungsbedarf: Die einen müssen auf Familie machen, die anderen auf Wellness.”
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